Vor bald vier Jahrhunderten hat Galileo Galilei als einer der Ersten sein Fernrohr an den Himmel gerichtet. Seit 1610 bestaunt der Mensch den Kosmos nicht mehr nur mit bloßen Augen: Damals zeigte der Mond mit einem Mal Berge und Täler, Venus offenbarte ihre Phasengestalt, Jupiter wurde von vier Monden umkreist und das silberne Band der Milchstraße entpuppte sich als Ansammlung unzähliger Sterne.
Heute sind aus den Linsenfernröhrchen Galileis längst Hightech-Spiegelteleskope geworden - doch ob weiland Galilei oder heute moderner Astronom: Die Aufgabe des Teleskops, die Erwartung an das technische Hilfsmittel hat sich nicht verändert - neue Teleskope fangen immer ein bisschen mehr vom schwachen Leuchten der Himmelskörper ein und lassen uns so immer besser und immer tiefer in das Universum blicken. Jedes neue Teleskop schiebt die Grenze unserer Erkenntnis ein bisschen weiter hinaus. Jedes neue Teleskop erweitert buchstäblich unseren Horizont - das ist heute noch genauso wie vor 400 Jahren. Lediglich die räumlichen Dimensionen haben sich "ein wenig" verändert.
Die neue Generation von Großteleskopen verfügt über raffinierte optische Systeme und trägt den Blick der Astronomen Milliarden von Lichtjahren hinaus ins All - die Forscherinnen und Forscher beobachten Vorgänge in den Tiefen des Kosmos, die stattgefunden haben, lange bevor unsere Sonne mit ihren Planeten entstanden ist. Das Licht dieser entfernten Objekte erreicht uns erst jetzt. Wer zehn Milliarden Lichtjahre weit hinaus ins All blickt, der blickt also auch zehn Milliarden Jahre in der Zeit zurück. Astronomen sind längst zu Historikern unserer eigenen Vergangenheit geworden - Großteleskope, die mit ihren modernen Messinstrumenten der aus der Frühzeit des Kosmos zu uns gelangenden Strahlung noch die letzten Geheimnisse entreißen, sind gleichsam Spatel und Handpinsel bei den kosmologischen Ausgrabungen in Raum und Zeit.